Passing?!?!?!

Nun möchte ich doch auch mal ein paar Worte zu dem Thema verlieren. 

Klar möchten wir möglichst als Frau durchgehen, aber was ist daran so schlimm, wenn es nicht klappt? Machen wir denn nicht diese Wandlung für uns und nicht für unser Mitbürger. Es gibt so ein paar Dinge, die kann man kaum ändern. Größe und Gesicht ändern…nur mit großen finanziellen und medizinischem Aufwand zu ändern. Hormone verändern zwar den Körper, aber die Statur wird sich niemals  so weit ändern, dass man als zierliche Frau durchgeht. Dass gelingt nur denen, die von Natur aus schon damit gesegnet sind. Sicher wird ein Busen wachsen und der Bart wird verschwinden, wenn man denn will. Aber man sollte doch bei der ganzen Geschichte realistisch bleiben und sich nicht zu viel erhoffen. Wenn es besser wird wie erwartet, dann ist die Freude umso größer.

Wenn ich beurteilen müsste, ob ich optisch eine Frau abgeben, dann würde ich mal behaupten, dass mein Passing zur Zeit lausig ist. Aber nun, ich habe ein dickes Fell und genug Selbstvertrauen, dass ich mir im Moment darüber keine Gedanken mache. Das Stimmungbarometer steht auf „schönes Wetter“und ich fühle mich gut dabei. Sicher könnte ich mich unter einer dicken Schicht Schminke verstecken, nur was soll das, dann wäre ich ja nicht mehr ich. Dafür das ich erst seit recht kurzer Zeit diesen Weg gehe, bin ich sehr zufrieden mit mir. Eben nach dem Tanken zum Beispiel, komme ich aus dem Shop und mir entgegen kam eine junge Frau, ich konnte ganz genau sehen, wie es in ihrem Kopf gearbeitet hat, wie denn die Pumps und die Hüfthose zum Rest passte. Was habe ich gemacht, ich habe sie angelächelt und bin meines Weges gegangen. Keine Ahnung was noch in ihrem Kopf vorsich ging, interessierte mich eigentlich auch nicht wirklich.  Ob, wie oder wann ich anders darüber denke, darüber zerbreche ich mir heute nicht den Kopf. Das kommt sowieso wie es will, daran kann man kaum etwas ändern. 

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4 Kommentare zu „Passing?!?!?!

  1. Liebe Chrisi
    darüber sollst Du Dir auch nicht den Kopf zerbrechen, denn dann würde Dein Herz zerbrechen. Ich finde Deine Einstellung gut, wer dem perfekten Passing hinterher rennt, macht sich verrückt und wird nie zufrieden sein. Dank einem Rat von zwei wundervollen Trans-Frauen habe ich mich kurz vor meinem Outing entschieden, mich auch nicht zuzukleistern bis ich mich nicht mehr im Spiegel erkenne. Der Hauptgedanke dahinter war, dass ich ein Leben lang die Maske eines Mannes trug, warum soll ich nun die Maske einer Frau tragen, wenn ich doch in Wirklichkeit eine Trans-Frau bin? Seit ich das als meine Identität betrachte, stört es mich auch nicht, wenn mich jemand als Solche wahrnimmt, ich werde ja wahr!-genommen 😉 Ok man braucht so eine etwas dickere Haut, aber man bleibt authentisch. Das muss nicht für jedes T-Girl stimmen, für mich stimmt es so.
    Stay true….. Diana

  2. Das Passing ist im Berufsleben schon sehr wichtig. Ich habe im Dienst täglich mit Kollegen und polizeilichem Gegenüber zu tun. Da wäre ein schlechtes Passing für alle Beteiligten unangenehm. Wenn man dranbleibt und sich richtig viel Mühe gibt, kann man sehr viel verändern. Ich bin immer noch 1,85m groß und kräftig und trotzdem hält mich kaum jemand für meinen eigenen ExMann.

    Kein Wunder, ich hab ja auch meine Passing Serie gelesen 🙂

  3. @Svenja… Deine Passing-Serie ist auch gut, danke 🙂 ….. was den Job anbelangt, bin ich als Software-Tante in der glücklichen Situation, dass ich im stillen Kämmerchen vor mich hinprogrammiere und keinen Kundenkontakt habe. Und meine Jungs hier wissen was ich bin und kommen bisher gut zurecht damit. Jedenfalls find ich's gut, wenn man sich grad zu Beginn nicht auf das Passing verbeisst.

  4. Klar könnte ich bei mir im Job als Frau auflaufen, aber die würde ziemlich schnell in den Arbeitsklammoten verschwinden. Also nix mit Rock oder Kleid. Hose und Polo-Shirt sind angesagt und das für beiderlei Geschlecht. Zuviel Farbe im Gesicht ist auch nicht, das wird in der pharmazeutischen Industrie nicht so gern gesehen. Das Fazit des Ganzen, weniger ist manchmal mehr. Dafür darf ich mich dann in der Freizeit "austoben". 🙂
    Irgendwo hatte ich wohl schon mal erwähnt, dass man sich selbst schlecht einschätzen kann. Insofern wäre ein Feedback von Außenstehenden ja mal nicht schlecht. Aber fremde Menschen reden so selten über das was sie sehen und hier in der tiefsten Provinz habe ich noch keinen "lebenden" Kreis von T-Girls gefunden. Es gab wohl mal eine Gruppe, aber die muss wohl schon vor Jahren eingeschlafen sein. Vielleicht sind sie alle ausgewandert.
    Aber nichtsdestotrotz, ich verfolge die Passingserie mit Interesse weiter und freue mich schon auf die nächste Folge.

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