Outing?!?

Darf man, kann man, sollte man oder muss man?

Nachdem ich ja nun ins dgti Forum darf, lese ich viele Beiträge die sich ums Outing drehen und ebenso viele gute Ratschläge. Nun stelle ich mir die Frage, darf man, kann man, sollte man oder muss man sich sogar outen? Ich verstehe nicht, warum man sich soviel Gedanken um darum macht. Das Wichtigste ist doch, das man erst einmal sein Leben lebt.
Erfahrungsgemäß sieht das jeder ein wenig anders, aber ich stehe auf dem Standpunkt, dass es jemand anderes einen Sche..dreck an geht was ich mache und wie ich mein Leben lebe. Insofern sehe ich es überhaupt nicht ein, dass ich mich von mir aus erklären soll. Klar gibt es ein paar Einschränkungen im Beruf. Wenn zum Beispiel absehbar ist, dass sich Fehlzeiten durch Krankenhausaufenthalten häufen werde, dann sollte man vielleicht doch mal ein ruhiges Gespräch mit dem Chef führen. Aber sonst….wen geht es an, welchem Geschlecht ich mich zugehörig fühle? Ich habe doch keine ansteckende Krankheit, warum also soll ich mir ein „Schild um den Hals hänge“ und der ganzen Welt sagen, dass ich transsexuell bin?
Wenn jemand fragt, ist das etwas anders, dann kann man die Wahrheit sagen, man kann es aber auch lassen. Sicherlich ist es etwas Situations- und Personsabhängig, aber im Regelfall würde ich vermutlich klar sagen was los ist und warum das so ist. Denn verstecken sollten wir uns auf keinen Fall. Die Zeiten, in denen wir uns verstecken mussten sind zwar noch nicht ganz vorbei, aber wir sind auf einem guten Weg.

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9 Kommentare zu „Outing?!?

  1. Man kann es sich und den anderen leicht machen und offen und ehrlich sein oder man kann es sich und/oder den anderen schwer machen und ein Geheimnis draus machen. Wenn nicht so offensichtlich etwas anders ist als üblich, würde ich auch nichts sagen, aber es ist ja nun mal offensichtlich.

  2. Hallo, Chrisi !
    Da ist noch ein anderer Aspekt zu beachten: Durch ein offenes Umgehen mit deiner Transsexualität, wird sich dein Frauenleben sehr viel stressfreier entwickeln. Das sogenannte Outing bedeutet ja meist, sich immer und überall zu erklären. Das ist für alle Beteiligten äußerst quälend. Mein Ratschlag lautet: Lebe dein Frauenleben, mit dir und für dich. Alles Andere geschieht von ganz allein.
    Mit freundlichen Grüßen, Claudia aus Kiel.

  3. Ich gehe ja durchaus offen und ehrlich mit meiner Transsexualität um. Heute zum Beispiel wieder mal im Minikleid über der Jeans und dazu blaue Pumps auf der Arbeit gewesen. Was ist da also nicht offen und ehrlich? Ich bin nur nicht bereit mir ein „Schild um den Hals zu hängen“ und jedem ungefragt über mich aufzuklären. Da aber bisher nur ganz wenige Leute gefragt haben, scheint es auch keinen großartig zu interessieren.

  4. Missverständnis. Ich meinte offen und ehrlich den anderen gegenüber. Und ich denke, dass es sogar ganz sicher interessiert. Könnte es nicht sein, dass man Dir nur einfach nicht zu nahe treten will und deshalb nicht fragt, oder dass man nicht weiß, wie man mit diesem Thema überhaupt umgehen soll? Ich finde, man sollte vielleicht eher von sich aus offen sein als zu erwarten, dass andere auf einen zugehen. Wie ich schon schrieb: man kann es (sich und/oder den anderen) schwer machen und man kann es leicht machen. Das liegt allerdings nicht an den anderen sondern an Dir.

  5. Mag ja sein, dass ich in dieser Beziehung auch falsch gepolt bin, aber ich finde es vollkommen nervig, wenn mir andere Leute ungefragt ihre Lebensgeschichte erzählen. Mir wurde beigebracht, dass man fragen soll wenn einen etwas interessiert oder wenn man etwas wissen will. Insofern werde ich niemals auf die Leute zugehen und mich vor ihnen erklären. Das hat auch nichts mit schwer machen zu tun, ich unterstütze nur nicht die Faul- oder Feigheit der Leute. Denn in meinen Augen wollen die Leute zwar alles wissen, aber man soll es ihnen bitteschön auf dem Silbertablett servieren und das werde ich mit Sicherheit nicht machen.

  6. Sicherlich sehen andere Leute das bestimmt anders und ich erkenne ja auch durchaus an, dass es Leute gibt, denen es ein Bedürfnis ist sich zu outen, die erst zufrieden sind, wenn alle Welt weiß was los ist. Aber das ist nun mal nicht mein Ding, ich beantworte Fragen offen,ehrlich und wahrheitsgemäß und damit muss es aber auch gut sein.

  7. Es kommt natürlich immer auf die Umstände an, aber ich habe extrem gute Erfahrungen gemacht mit offensiver Information. Natürlich sag ich nicht jedem Postboten zur Begrüssung, ich sei dann übrigens transsexuell, logo. Aber im Geschäft habe ich am ersten Tag eine grosse Runde gemacht und allen mit ein paar Worten erklärt, weshalb ich von morgen an halt anders daher komme. Der Vorteil liegt auf der Hand, die Irritation ist weniger, ich werd von allen von Anfang an mit Diana angesprochen und was mir am Wichtigsten scheint, die Leute erfahren es von mir und nicht übers Buschtelefon, weil da garantiert nicht das gesagt wird, was ich als Wahrheit empfinde. Aber ich hatte es auch einfach, bei mir sind rund zwanzig Leute, da geht sowas gut, bei ner hundertköpfigen Firma würd das gar nicht gehen. Auf jeden Fall habe ich innerhalb von einer Woche alle aufgeklärt die in meinen Leben eine Rolle spielen, das war extrem schwer, hat unheimlich viel Überwindung gebraucht, aber danach war Ruhe in mir drin. Ich glaub ich würd mich verrückt machen, wenn ich ständig darauf warten würde, dass jemand „es herausfindet“ oder sich was weiss ich denkt. Aber eben, meine Taktik geht vorallem bei kleinen Gruppen, bei einer Grossfirma ist das kaum möglich.

  8. Nun gut, bei uns arbeiten zur Zeit etwas mehr wie hundert Leute. Von diesen habe ich aber im Grunde auch nur mit einer Handvoll zu tun. Aber wie ich ober schon geschrieben habe, ich mache erst einmal nix, außer natürlich bei Fragen. Da ist halt jeder anders und geht auch anders an die Geschichte heran

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