Konventionen…

….ich pfeife drauf, zumindest wenn es um mein Privatleben geht.

 

DekolletéInspiriert hat mich zu diesem Statement ein Beitrag, den ich am Wochenende bei Birgit im Weblog gelesen habe. Es ging primär um die Frage ob Trans* zur Zeit „in“ wäre oder nicht. In ihrem Beitrag kam sie dann auf eine Liste in der aufgelistet wird, wann man denn dem Klischee nach eine richtige Frau ist. „Lange Haare, Kleider, Röcke, schön bunt, Tücher, Absätze, Stimmlage, kein Alkohol, zurückhaltend, Strumpfhosen, Halsketten, Parfüm, Makeup, BH, Ohrschmuck, Haarentfernung, Kajal, Mascara, schüchtern, nicht rauchen, brav… Die Liste bitte einfach ruhig weiter ergänzen…“Nun ja, ich gebe es zu, ein paar Dinge treffen bei mir zu, aber im Großen und Ganzen interessiert es mich mittlerweile überhaupt nicht was die Umgebung von mir denkt oder über mich redet. Da halte ich es mit Elli’s  Aussage die in der Sidebar als „Weisheit des Tages“ zu finden ist.

Wenn einige Dinge zutreffen dann aus dem Grund weil ich das so für mich gut finde. Ansonsten bin ich mittlerweile so weit, dass ich ganz „normal“ herumlaufe. Die ganzen letzten Tage habe ich mir MakeUp, bis auf Kajal und ein wenig Augenbrauenfarbe, schon mal grundsätzlich gespart, viel zu warm. Früher wäre ich ohne MakeUp noch nicht einmal vor die Tür zum Mülleimer gegangen und heute gehe ich so einkaufen. Nun kam die Steigerung. Die „Boops“ hatten „Freigang“, den BH habe ich heute einfach mal weggelassen und oh Wunder, wie man sehen kann, ist tatsächlich ein gewisses Dekolleté vorhanden. Nun ja, für ein Dirndl würde es vermutlich nicht reichen, es ist klein aber es ist meins. Wenn man sich nicht selber unter Druck setzt und irgendwelchen Idealen nachjagt, dann kann man sehr gut als Trans* leben.

 

Pflanzenhaarfarbe oder auch Henna

 

Irgendwie passt chemische Haarfarbe nicht mehr ganz in mein Leben

Demnächst werde ich mich mal mit dem Thema Henna befassen. Also befasst habe ich ich eigentlich schon, ich werde mich heranwagen und aus diesem Grund habe ich mir gestern eine Packung pflanzliche Haarfarbe besorgt. Rot ist ja eh meine Farbe, insofern passt Henna ganz gut in des Schema. Allerdings bin ich nicht ganz so mutig und habe reines Henna gekauft. Ich habe eine fertige Mischung gekauft, die einen Mahagoniton ergeben soll. Aber gespannt bin ich ja doch was dabei heraus kommen wird. Ich muss mich nur damit abfinden, dass es eine ziemlich lange Prozedur wird. Denn zwei bis drei Stunden muss man einplanen.

Nicht erkannt

Es ist schon lustig, wenn man nicht mehr erkannt wird. 🙂

So geschehen am gestrigen Abend in einer Gaststätte. Am Nachbartisch nahmen Bekannte Platz und unterhielten sie angeregt mit meinem Schatz und der weltbesten Tochter. Ich wurde ignoriert. Sie haben mich schlicht und einfach nicht erkannt. Erst als Tochter nach ihrem Vater gefragt wurde und sie auf mich zeigte, kam eine verblüffte Reaktion. Aber es ist so, dass sie mich ohne Aufklärung definitiv nicht erkannt hätten und das selbst auf diese kurze Entfernung von einem guten Meter. Es ist anscheinend wirklich so, dass meine Veränderung schon recht deutlich sein muss. Das trifft natürlich nur bei Leuten zu, die mich seit längerem nicht gesehen haben. Die Beiden zum Beispiel hatten mich jetzt ungefähr drei Jahre nicht gesehen und da muss man dann die Leute mit der Nase darauf stoßen damit sie erkennen wen sie vor sich haben.

Ich hätte es nie für möglich gehalten…

…dass es mich mal stören würde, dass ich „ungepflegt“ herum laufe.

Also nicht das ich mich nicht waschen oder die Wäsche wechseln würde, aber ich kann mich wegen der Fäden an der Lippe nicht richtig rasieren und MakeUp kann ich auch vergessen. Ist ja aber auch klar, wie sieht das denn aus, wenn man das MakeUp über die Bartstoppel schmiert. Wenn mir vor einem halben Jahr jemand gesagt hätte, dass ich mich mal darüber aufregen würde, dass ich mich nicht jeden Tag rasieren kann, dann hätte ich denjenigen für verrückt erklärt. Denn früher habe ich es durchaus mal für überflüssig erachtet sich jeden Tag zu rasieren. Nun aber kann ich es nicht erwarten, dass es Mittwoch wird und ich die Fäden los werde. Vermutlich wird es das erste sein was ich am Mittwochabend machen werde, ich werde mich rasieren kaum das ich zu Hause bin.
Was für eine Änderung im Leben…….

Entstellt…

…vollkommen entstellt bin ich. Wie sieht das denn aus mit Fäden und Pflaster mitten im Gesicht?

Die ganze Prozedur dauerte noch nicht mal 20 Minuten und nun warte ich sehnsüchtig darauf, dass es nächste Woche Mittwoch wird. Denn dann kommen die Fäden heraus. Solange muss ich damit leben, dass ich ein wenig seltsam aussehe. Kein MakeUp, kein Lippenstift und kein Rasieren. Ich werde die nächsten 8 Tage aussehen wie eine „Spinatwachtel“. 😦
Aber egal, die OP ist gut verlaufen und die Schmerzen halten sich in Grenzen. Ich habe bisher noch nicht einmal eine Schmerztablette genommen und was viel wichtiger ist, ich bin das Ding los. Der Doc meinte, das wäre ein völlig ungefährliches Muttermal, keine Pigmentierung und keine Anzeichen auf eine bösartige Wucherung. War mir ja schon klar, das Teil saß ja schließlich schon seit Jahrzehnten an seinem bisherigen Platz und zeigte kein Verlangen sich zu verfärben oder sich zu vergrößern. Aber trotz allem bin ich froh, dass ich es entfernen lassen habe. Nächsten Mittwoch noch die Fäden heraus und dann sehe ich schicker aus als bisher. :mrgreen:

Schönheitsoperation

Morgen habe ich eine kleine OP zu überstehen.

Es ist zwar nichts großartiges, aber immerhin eine Operation. Ich will mir eine „Warze“ an der Oberlippe entfernen lassen. In den letzten 20 Jahren hat sie mich ja nicht gestört. Erstens hat man sie unter dem Schnauzer kaum gesehen und zum Zweiten musste ich daraus resultieren ja dort auch nicht rasieren. Alle paar Tage erwische ich sie beim Rasieren und es blutet heftig und außerdem ist Frau ja eitel, also kommt das Teil jetzt weg.

Verwirrt

Ich war ja bisher davon überzeugt, dass ich ein lausiges Passing hätte, aber in den letzten Tagen habe ich einige Reaktionen auf das Bild bekommen, die mich verwirren.

Das ist übrigens das Bild, um das es auch in dem vorherigen Eintrag geht. Die Aussage meines Schatzes hatte mich ja schon ein wenig verwirrt, aber um die Verwirrung komplett zu machen bekam ich gestern von einer Freundin einen Dialog zwischen ihr und ihrer Tochter zugeschickt.

Tochter:
„mama, wann hast du denn dieses bild von dir gemach?
mama, dass bist du ja gar nicht! hast du schon wieder mit fotos herumexperimentiert?
maaaaaaaaamaaaaaaaaaaaaaaa!!!
wer ist das? die frau sieht echt gut aus, hat einen schönen mund. die brille ist fast so wie deine vorherige. solltest dir mal wieder so eine kaufen….“

Mutter sagte:
„das ist H…“

Tochter:
„oh, der hat sich aber verändert. sieht ja wirklich wie eine frau aus. eine gut aussehende frau. irgendwie gar nicht mehr wie ein mann. will H… jetzt eine frau sein? wie geht das? was sagt denn seine frau dazu, wenn sie jetzt einen mann hat, der doch lieber eine frau sein möchte?“

Dazu muss ich erklären, dass meine Freundin das Bild von mir in der Orginalgröße bekommen hatte und es gerade auf ihrem Bildschirm hatte. Ich habe übrigens schon vor dem Dialog mit ihrer Tochter von ihr diese Aussagen als Kommentar zu dem Bild bekommen, „du wirkst auf dem bild zart, feminin, sensibel und ganz anders, als ich dich in Erinnerung habe“.

Also wenn ich in den Spiegel schaue, dann sehe ich immer noch denjenigen, den ich schon seit über vierzig Jahren sehe.

Als Verwirrung hoch drei habe ich dann gestern mit einer weiteren Freundin telefoniert, und die sagte zu mir, „Du hast dich so verändert, ich wäre in der Stadt glatt an dir vorbei gelaufen“.
Sie hat das Bild in meinem anderen Blog gesehen und hat erstmal Bilder von mir aus dem vergangen Herbst hervor gekramt und hat die Bilder verglichen, ob es denn wirklich die selbe Person ist.

Btw. ich muss mich also wohl damit abfinden, dass ich mich im letzten halben Jahr für Außenstehende recht massiv verändert habe. Was mir natürlich nicht unangenehm ist. 😉 Aber wenn das so ist, dann weiß ich auch, warum mein Schatz das Bild und somit mein neues Aussehen nicht so sehr mag. Aber damit wird sie sich abfinden müssen.